Vorratsdatenspeicherung – Warte, warte nur ein Weilchen…

03. März 2010

Innerer Jubel überkam mich gestern, als ich das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Vorratsdatenspeicherung vernahm! Das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung wurde sozusagen gekippt. Alle bisher aufgrund des Gesetzes gespeicherten Daten müssen gelöscht werden und bis zur Verabschiedung eines neuen Gesetzes dürfen keine weiteren Daten gespeichert werden.

Während der Urteilsverkündung habe ich mir mit Genuss vorgestellt, wie sich bei diversen Befürwortern des Gesetzes und der damit verbundenen Überwachung mehr und mehr Schaum vor dem Mund bildet.

Doch, ich gebe zu, je mehr ich nachdachte, desto mehr verflog der innere Jubel, denn nicht die Vorratsdatenspeicherung wurde kassiert, sondern nur das Gesetz zur Ausführung. Nach wie vor schwebt die EU-Richtline zur systematischen Speicherung von Telefon- und Internetdaten im Raum herum, denn die Zulässigkeit dieser wurde vom Bundesverfassungsgericht nicht in Frage gestellt.

Also, wird es auf kurz, oder lang ein neues wasserdichtes bundesdeutsches Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung geben. Warte, warte nur ein Weilchen…

Heißt das jetzt etwa, dass der Weg für einen großen Musikclub dort frei ist?

02. März 2010

Mit dem Gedanken, einen schönen Porzellanhandfilter für meine täglichen Kaffeegenüsse zu erwerben, habe ich mich gestern auf den Weg zum Real Markt in der Feldstraße gemacht. Doch, wo findet der seltene Einkäufer in diesem Supermarkt den gesuchten Artikel? Nach längerer intensiver Eigensuche machte ich mich dann auf den Weg in Richtung Information, um zu ermitteln, ob mein Begehren nach einem Porzellanhandfilter überhaupt befriedigt werden könnte.

Dort angekommen, erreichte meine Ohren nicht der Lagerplatz eines Porzellanhandfilters, sondern das komplette Arbeitsplatzverlustdesaster der dort arbeitenden MitarbeiterInnen.

Ganz unvorbereitet hat mich diese Nachricht zwar nicht ganz getroffen, doch von der Schnelligkeit der Schließung des Real Marktes in der Feldstraße war ich sehr überrascht, denn ich vernahm „Am 22. Mai 2010 ist unser letzter Tag“. Einige MitarbeiterInnen des Marktes haben bereits gekündigt, da sie mittlerweile einen neuen Arbeitsplatz gefunden haben, doch für alle noch Anwesenden sei spätestens Ende Mai Schluss.

Während der Rückfahrt mit dem Fahrrad und lediglich einem erworbenen Plastikhandfilter im Gepäck fragte ich mich, habe ich den Kampf von VERDI um die dortigen Arbeitsplätze völlig verpasst? Letztes Jahr im Januar herrschte doch noch reges Treiben dort. Gut, der Real Markt in der Feldstraße gehört nicht zu meinen allgemeinen Einkaufsvarianten, aber irgendwo hätte ich doch etwas lesen, oder hören müssen.

Also, viele Arbeitsplätze weg, eine wichtige Einkaufsmöglichkeit für alle in der näheren Umgebung Wohnenden weg. Heißt das jetzt etwa, dass der Weg für einen großen Musikclub dort frei ist?

Jubiliert jetzt etwa schon die SPD St. Pauli, weil es dort bald ganz viel Platz für einen neuen Musikclub gibt? An dieser Stelle möchte ich einmal die Frage aufwerfen, die mich schon ganz lange, ja wirklich ganz lange beschäftigt: Warum kämpft die SPD St. Pauli so vehement für Musikclubs in St. Pauli? Es vergeht ja fast keine Sitzung zum Stadtteil St. Pauli, ohne das von Seiten der SPD St. Pauli die Forderung nach neuen Musikclubs in die Diskussion eingeworfen wird. Ketzerisch gesagt, ich  habe mich  schon oft gefragt, ob es einige GenossInnen gibt, die ihre Existenz durch das Betreiben von Musikclubs sichern.

Jedoch zu einer befriedigenden Antwort haben alle Gedanken und Überlegungen bisher noch nicht geführt.

Tauende Tatsachen

01. März 2010

Bei genauer Betrachtung der tauenden Tatsachen fragten wir uns, handelt es sich um ein wissenschaftlich beweisbares Phänomen, dass das Eis auf dem Gehweg zuerst um die Pfeiler herum taut, oder gibt es einen Zusammenhang mit männlichen illegalen Blasenentleerungen am Pfeiler?

Wie auf dem Bild zu sehen ist, Pfeiler in der Mitte und vom Pfeiler her taut das Eis auf dem Wege auf.

Von Eis und Schnee sind sie nun fast alle Gehwege…

28. Februar 2010

Von Eis und Schnee sind sie nun fast alle Gehwege in St. Pauli befreit. Ein Blick auf die nicht mehr winterlichen Wege und man wird daran erinnert, dass vor einiger Zeit ja tatsächlich ein Jahreswechsel stattgefunden hat.

Beim Gang zum Einkaufen am gestrigen Tage stieß ich doch ein wenig erstaunt auf die Überreste dieser Feierlichkeit. Nun, ich rechne! 01.01.2010 bis 28.02.2010 = 8,29 Wochen. Daraus folgere ich nun, dass bei einer angenommenen Reinigungsstufe 5 (=5 wöchentliche Gehwegreinigungen) ungefähr 41 Gehwegreinigungen an der betroffenen Stelle durch die Hamburger Stadtreinigung nicht stattgefunden haben.

Ich würde es der Hamburger Stadtreinigung ja nun nicht ganz so übel nehmen, wenn sie stattdessen in der Zeit hin und wieder einmal die Straßen im Stadtteil von Schnee und Eis befreit hätten, oder die Gehwege gestreut hätten, doch auch dieses haben sie nicht einmal getan.

Für den großen glorreichen Einsatz der Stadtreinigung in den letzten 8,29 Wochen vor meiner Tür sollte man doch nun wirklich eine große Belobigung aussprechen! Habe ich nicht neulich schon etwas vom zusätzlichen Eis-Euro bei den Gebühren gelesen?

127. Sitzung des Sanierungsbeirates Wohlwillstraße

18. Februar 2010

Einladung als PDF-Datei

Link zum Protokoll der letzten Sitzung des Sanierungsbeirates:

http://www.steg-hamburg.de/docs/pdf-allgemein/2010-01-26ProtokollSanierungsbeirat.pdf

Romerotage 2010 in Hamburg – März 2010

17. Februar 2010

Vor 200 Jahren begann in Mexiko der Unabhängigkeitskampf von der spanischen Kolonialherrschaft. Doch bis heute nutzen Institutionen und Personen (national und international) die politischen und wirtschaftlichen Strukturen, um die Bevölkerung Lateinamerikas in Abhängigkeit zu halten. Der Kampf dagegen setzt sich auch nach 200 Jahren fort.

Oscar A. Romero, Erzbischof aus El Salvador, trat für die Rechte der armen Bevölkerung ein und musste sein Engagement mit dem Leben bezahlen. Am 24.3.1980 wurde er während eines Gottesdienstes erschossen.

Romero ist längst eine Symbolfigur des Widerstandes und der Hoffnung in Lateinamerika geworden. Wie er kämpfen heute soziale, politische und christliche Bewegungen für Gerechtigkeit in Lateinamerika. Sie tun dies unter dem Vorzeichen einer internationalen Wirtschaftskrise und unter unabhängigen und formal demokratischen, nationalen Regierungen, von denen einige repressiv sind, andere jedoch mit hoffnungsvollen Neuerungen begonnen haben.

Auch in diesem Jahr nehmen verschiedene Hamburger Solidaritätsgruppen und kirchliche Einrichtungen den Jahrestag der Ermordung von Oscar Romero zum Anlass, um über die Situation in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern zu informieren und Initiativen dort vorzustellen, die sich für ein freies und gerechtes Lateinamerika einsetzen. Neben Vorträgen mit Gästen vermitteln ein Theaterworkshop, eine Hafenrundfahrt, eine Ausstellung, Gottesdienste, Konzerte sowie eine Filmreihe interessante und ermutigende Einblicke in die lateinamerikanische Realität.

Die Romerotage 2010 werden gefördert und veranstaltet durch Nordelbisches Missionszentrum, Erzbistum Hamburg, Kirchenkreis Stormarn, Katholischer Fonds, Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung, Evangelischer Entwicklungsdienst ö Bildungsstelle Nord, InWent gGmbH.

Romerotage 2010 http://www.romerotage.de

„OOMPAH! OOMPAH!“

15. Februar 2010

Ein Teil der Republik äußert sich heute den ganzen Tag mit merkwürdigen Lautäußerungen, denn sie begehen den für viele Nordlichter unverständlichen Rosenmontag mit seinen zwangsweise fröhlichen Auswüchsen.

Mäntau Helau, Hio, hio, hio, Rumskedi, Narri-Narro, Alaaf, Hä-Hopp, Diborsch-Äla, D’Welle kommet – dugget Euch, Narri-Narro, Pickel Jauh, Bauze – meck, Tsche-hoi, Witte Müse Piep Piep, Hatza – Hatza – Hoi, Wup pti ka .

Und es ist zu befürchten, während der Sendezeit, in welcher ausnahmsweise kein Skispringer durch die Luft fliegt, werden wir Nordlichter diese grausame Fröhlichkeit stundenlang im Fernsehen ertragen müssen.

Also halte ich es heute lieber mit der Englischen Band „THE HELMHOLTZ RESONATORS“ und singe innerlich völlig frei von betörendem Feuerwasser „OOMPAH! OOMPAH!“ und verstecke die Fernbedienung.

Wie viele Steckdosen und Kabel muss ich noch in meiner kleinen Wohnung unter dem Schreibtisch verlegen?

13. Februar 2010

Diese Woche war er wieder da und hat an meiner Fernsehkabeldose gemessen. Der von meinem Vermieter gewählte Kabelanbieter wollte prüfen, ob an meiner TV-Dose das ankommende Signal für die neuen Technologien reicht. Nach Vollendung der Messung begann eine kleine Verkaufsshow, wie vor ungefähr 3 Monaten bei der letzten Messung. Ich würde gar etwas umsonst bekommen, nämlich einen Kasten, den ich zwischen TV-Dose und Fernseher anschließen sollte, damit es mir endlich möglich ist, dieses neumodische TV-Format zu empfangen. Kasten wäre umsonst, doch Kastenmiete im Monat 9,90 Euro auf zwei Jahre.

Was der gute Mann jedoch völlig übersehen hatte, mein geliebter Fernseher stammt aus einer Zeit, in der die Abkürzung HD vielleicht für Hans Dieter stand, aber absolut nicht mit einem Fernseher in Verbindung gebracht wurde. Auch mein Videorekorder stammt aus einer Zeit, in der wohl gerade die Fernbedienung erfunden wurde. Also kurz und knapp gesagt, meine gesamte Unterhaltungselektronik hat bestimmt irgendwann noch die Chance in einem technischen Museum ausgestellt zur werden. Aber, solange noch Bild und Ton kommt, sehe ich mich nicht genötigt technisch aufzurüsten, denn ich fürchte, selbst mit HD wird das Programm nicht besser, vielleicht das Bild ein wenig, aber…

Erstaunt war ich auch über das Angebot, dass ich über meine TV-Dose telefonieren und auch surfen könne. Genau an diesem Punkt kam mein Auftritt, denn dieses Vergnügen hatte ich schon und ich war sehr sehr froh, als ich mein Telefon und meinen Computer wieder an die alte gute Telefondose anschließen konnte.

Übrigens, in der Zwischenzeit soll der Kabelanbieter im ganzen Stadtteil neue „??Maschinen??“ aufgestellt haben und in meiner dunklen Kabelsurfzeit war der Stadtteil sozusagen ein Pilotprojekt. Doch, um ehrlich zu sein, ich möchte die neuen „??Maschinen??“ nicht wirklich ausprobieren, denn die Kündigungsprozedur bei dem Kabelanbieter ist sehr kompliziert und aus 12 Monaten Laufzeit können ganz schnell 18 Monate werden.

Seit der Messung meiner TV-Dose schwirrt in meinem Kopf die Frage, wie viele Steckdosen und Kabel muss ich noch in meiner kleinen Wohnung unter dem Schreibtisch verlegen, damit ich technisch auf dem absolut aktuellen Stand bin?????????????????????????

Irgendwie wird das da draußen immer schlimmer!

11. Februar 2010

Boshaft gesagt, die 100 Tage Zahlungspause der Weihnachtsgeschenke sind gerade zur Hälfte abgelaufen und schon liegt das nächste Fest in den Regalen der Supermärkte.

Eigentlich bin ich gedanklich noch mit meinem Lieblingsjoghurt „Bratapfelgeschmack“ und dem Rest des Weihnachtsstollens beschäftigt, da liegt schon der erste Osterhase im Regal und droht mit bösen Kalorien, wenn man 54 Tage vor dem Osterfest schon schwach werden sollte.

Aber, man sollte Osterhasen und Schokoladenostereier in den nächsten Wochen vorsorglich in ausreichender Menge bevorraten, denn sonst geht es einem zu Ostern so,  wie mir im letzten Jahr ein paar Tage vor dem Weihnachtsfest – leere Regale und damit folglich keine adäquate Feiertagsleckerei am dazugehörigen Feiertag im Schranke.

Vermutlich ist es auch besser, jetzt schon zu kaufen, denn fünf, oder sechs, oder sieben Raten a 50 Euro Anfang April  an das eine, oder andere Versandhaus sind auch viel Geld und ich habe noch keinen Supermarkt gefunden, der für Feiertagsleckereien 100 Tage Zahlungspause und danach  48 Ratenzahlungen einräumt.

Irgendwie wird das da draußen immer schlimmer!

Eigentlich wollte ich gestern zum „großen Puff“ am Fischmarkt…

10. Februar 2010

Eigentlich wollte ich gestern zum „großen Puff“*) am Fischmarkt anlässlich der Schiffstaufe der AidaBlu gehen. Ja eigentlich, denn mein Weg wurde nach kurzer Zeit jäh durch eine harte ungebremste Podexlandung auf dem glatten Eisüberzug des Gehwegs unterbrochen.

Der Weg zum Fischmarkt wäre noch weit gewesen und das Fallrisiko hoch. Insofern blieb mir nichts  anderes übrig, als dem Feuerwerk hörend aus der Ferne zu folgen – ungefähr 15 Minuten Knall auf Knall.

Sozusagen aufgrund des Winterwetters das erste große Hafenevent des Jahres 2010 verpasst – tiefe Betroffenheit!

(dumpfer schall: der puff, wie es (das haus des pulverkrämers) aufgangen, ist über zwei meilen gehöret worden – Deutsches Wörterbuch)