Mit dem Gedanken, einen schönen Porzellanhandfilter für meine täglichen Kaffeegenüsse zu erwerben, habe ich mich gestern auf den Weg zum Real Markt in der Feldstraße gemacht. Doch, wo findet der seltene Einkäufer in diesem Supermarkt den gesuchten Artikel? Nach längerer intensiver Eigensuche machte ich mich dann auf den Weg in Richtung Information, um zu ermitteln, ob mein Begehren nach einem Porzellanhandfilter überhaupt befriedigt werden könnte.

Dort angekommen, erreichte meine Ohren nicht der Lagerplatz eines Porzellanhandfilters, sondern das komplette Arbeitsplatzverlustdesaster der dort arbeitenden MitarbeiterInnen.
Ganz unvorbereitet hat mich diese Nachricht zwar nicht ganz getroffen, doch von der Schnelligkeit der Schließung des Real Marktes in der Feldstraße war ich sehr überrascht, denn ich vernahm „Am 22. Mai 2010 ist unser letzter Tag“. Einige MitarbeiterInnen des Marktes haben bereits gekündigt, da sie mittlerweile einen neuen Arbeitsplatz gefunden haben, doch für alle noch Anwesenden sei spätestens Ende Mai Schluss.
Während der Rückfahrt mit dem Fahrrad und lediglich einem erworbenen Plastikhandfilter im Gepäck fragte ich mich, habe ich den Kampf von VERDI um die dortigen Arbeitsplätze völlig verpasst? Letztes Jahr im Januar herrschte doch noch reges Treiben dort. Gut, der Real Markt in der Feldstraße gehört nicht zu meinen allgemeinen Einkaufsvarianten, aber irgendwo hätte ich doch etwas lesen, oder hören müssen.
Also, viele Arbeitsplätze weg, eine wichtige Einkaufsmöglichkeit für alle in der näheren Umgebung Wohnenden weg. Heißt das jetzt etwa, dass der Weg für einen großen Musikclub dort frei ist?

Jubiliert jetzt etwa schon die SPD St. Pauli, weil es dort bald ganz viel Platz für einen neuen Musikclub gibt? An dieser Stelle möchte ich einmal die Frage aufwerfen, die mich schon ganz lange, ja wirklich ganz lange beschäftigt: Warum kämpft die SPD St. Pauli so vehement für Musikclubs in St. Pauli? Es vergeht ja fast keine Sitzung zum Stadtteil St. Pauli, ohne das von Seiten der SPD St. Pauli die Forderung nach neuen Musikclubs in die Diskussion eingeworfen wird. Ketzerisch gesagt, ich habe mich schon oft gefragt, ob es einige GenossInnen gibt, die ihre Existenz durch das Betreiben von Musikclubs sichern.
Jedoch zu einer befriedigenden Antwort haben alle Gedanken und Überlegungen bisher noch nicht geführt.